Lehr-/Lernmodelle
© URKERN, Ivana Bilz
Bildungswissenschaftlich fundierte Lehr- und Lernmodelle im Fokus
Engagement steigern - Lernaktivität erhöhen: Das ICAP-Modell macht es möglich!
Passen meine Lehr- und Prüfungsmethode? Constructive Alignment als Antwort!
Wie funktioniert Constructive Alignment?
Lernziele definieren: Der erste Schritt besteht darin, zu formulieren, was Studierende nach dem Kurs können sollen. Diese Lernziele sollten konkrete, beobachtbare Handlungen beschreiben, beispielsweise „analysieren“, „bewerten“ oder „entwickeln“. So wird klar, welche Kompetenzen im Fokus stehen.
Prüfungsformate abstimmen: Die Prüfungen sollten direkt auf die Lernziele abgestimmt sein. Während Multiple-Choice-Formate sich gut für Faktenwissen eignen, sind Essays oder Peer-Reviews besser geeignet, um Analyse- oder Bewertungskompetenzen zu prüfen.
Wichtig: Prüfungen beeinflussen auch das Lernverhalten, denn: „Students learn what they think they will be tested on.“ – Biggs (1999, S. 141)
Lehrmethoden auswählen: Die eingesetzten Lehrmethoden sollten die Lernenden aktiv in den Lernprozess einbeziehen und sie dazu anregen, sich mit den Inhalten intensiv auseinanderzusetzen. Dabei können auch kollektive Lernformen wie Diskussionen und praxisorientierte Übungen integriert werden.
1. Erinnern
Verben: erinnern, aufzählen, wiedergeben
Beispiel-Lernziel: „Die Studierenden können die Newton’schen Gesetze der Mechanik aufzählen.“
2. Verstehen
Verben: erklären, beschreiben, interpretieren
Beispiel-Lernziel: „Die Studierenden können den Zusammenhang zwischen Spannung, Strom und Widerstand anhand des Ohm’schen Gesetzes erklären.“
3. Anwenden
Verben: anwenden, nutzen, ausführen
Beispiel-Lernziel: „Die Studierenden wenden das Verfahren der linearen Regression zur Analyse von Messdaten an.“
4. Analysieren
Verben: unterscheiden, ordnen, analysieren
Beispiel-Lernziel: „Die Studierenden analysieren die Unterschiede zwischen Algorithmen zur Sortierung großer Datenmengen.“
5. Evaluieren
Verben: bewerten, begründen, entscheiden
Beispiel-Lernziel: „Die Studierenden bewerten die Eignung verschiedener Materialen für eine bestimmte technische Anwendung.“
6. Erschaffen
Verben: entwerfen, entwickeln, zusammenstellen
Beispiel-Lernziel: „Die Studierenden entwickeln ein eigenes Simulationsmodell zur Vorhersage von Klimaveränderungen.“
Lernziele konkret formulieren: Unterstützung durch die Taxonomie von Anderson & Krathwohl
Ein wesentlicher Bestandteil von Constructive Alignment ist die Definition der intendierten Lernziele.
Hierfür bietet sich die Überarbeitung der Bloom’schen Taxonomie durch Anderson & Krathwohl (2001) an. Sie differenziert Lernziele anhand:
-
kognitiver Prozesse (vom Erinnern bis zum Erschaffen)
-
verschiedener Wissensdimensionen (faktisch, konzeptionell, prozedural, metakognitiv)
Besonders praktisch: Mithilfe typischer Verben können Lernziele klar und beobachtbar formuliert werden.
→ Klicken Sie auf die einzelnen Kategorien, um Beispiele zu sehen.
Wie können Studierende diese Lernziele nun erreichen? Das ICAP-Modell!
Kleine Änderung, große Wirkung – auf die Aufgabenstellung kommt es an!
Bereits durch einfache Anpassungen von Aufgabenstellungen kann ein Übergang von aktivem zu konstruktivem und sogar interaktivem Lernen erreicht werden.
Solche Veränderungen erfordern keine vollständige Neugestaltung der Lehre, können aber bedeutsam zur Lerntiefe beitragen. Wie hier deutlich wird, spielt allein schon die Verwendung der Verben bei der Aufgabenformulierung eine entscheidende didaktische Rolle.
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